Nachhaltiges Management

Nur ein nachhaltiger Lebensstil kann den Wohlstand und die Lebensqualität auch für kommende Generationen gewährleisten. Voraussetzung dafür ist ein grundlegender Wandel unserer Lebens- und Wirtschaftsweise. Nicht nur die VerbraucherInnen sind daher gefragt, auch die Wirtschaft ist gefordert.

  • Wie können Unternehmen und deren ManagerInnen motiviert werden, über die gesetzlichen Anforderungen hinaus nachhaltig zu agieren?
  • Welche Anreize müssen geschaffen werden, damit die drei nachhaltigen Zieldimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales in der Werthaltung der AkteurInnen gleichrangig sind und Optimierungen laufend in allen drei Dimensionen angestrebt werden?
  • Wie kann verhindert werden, dass Ziele in einer Dimension die Ziele anderer Dimensionen negativ beeinflussen, sondern im Idealfall sogar positive, synergetische Wirkungen haben?
  • Wie müssen strategische Führungsinstrumente gestaltet sein, um die drei Dimensionen vernetzen und steuern zu können?

Diskutierte Maßnahmen der Konferenz:

  • Lebensqualität in der Arbeitswelt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit ökologischer und sozialer Verantwortung sollten gelebte Werte in Unternehmen sein
  • Neue Rating-Instrumente: Unternehmen sollten nach ihrem gesamten Stakeholder-Nutzen beurteilt werden
  • Visionen als Triebfedern für erfolgreiche nachhaltige Unternehmen
  • Einnehmen einer Vorbildwirkung von Entrepreneurs
  • Bildungsmaßnahmen und Medienunterstützung

Dieses Thema wird derzeit im Rahmen eines Science-Policy Stakeholder Dialoges weiter vertieft.

Nachhaltiges Management
Das Unternehmen, in dem Anna Klein Arzneimittel entwickelt, wird von Carla Castell geleitet. Die Unternehmerin stammt aus einer Unternehmerdynastie: Neben dem wirtschaftlichen Erfolg spielte in der Familie immer schon die Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt eine wesentliche Rolle.

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Auch Frau Castell nimmt ihre soziale Verantwortung ernst. Vor einigen Jahren hat sie Patientenschulungen ins Leben gerufen. Diese Initiative, die mittlerweile österreichweit erfolgreich ist, soll vor allem Kindern mit chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes und ihren Eltern helfen lernen, mit der Krankheit umzugehen. Im Vorjahr eröffnete das Unternehmen zudem ein Haus für Eltern, deren Kinder über einen längeren Zeitraum stationär im städtischen Krankenhaus behandelt werden und die für die Besuche täglich mehrere hundert Kilometer pendeln müssten. Auch die Gesundheit der eigenen MitarbeiterInnen ist dem Unternehmen wichtig: Regelmäßig werden im Unternehmen Bewegungskurse veranstaltet. In der Kantine erhalten die MitarbeiterInnen auch ausgewogene Kost. Frau Klein ist überzeugt, dass es der Unternehmerin mit den gesetzten Maßnahmen ernst ist und Image- und Marketingfragen eine untergeordnete Rolle spielen.

Auch das Unternehmen ihres Mannes orientierte sich in seinem Leitbild an der sozialen Verantwortung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und den eigenen MitarbeiterInnen, entsprechende Projekte wurden bei jeder Gelegenheit öffentlichkeitswirksam präsentiert. Doch weil die Shareholder höhere Gewinne forderten, ist Schluss mit der sozialen Verantwortung: Erst wurden langjährige MitarbeiterInnen gekündigt, dann wurde das Werk komplett geschlossen und die Produktion nach Asien verlagert. Wie es dort um die soziale Verantwortung des Unternehmens bestellt ist, will vor Ort vorerst niemand wissen. Für viele Unternehmen ist soziale Verantwortung offenbar nur dann ein Thema, wenn sie nichts kostet, schlussfolgert Frau Klein.

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